Dienstag, 14. März 2017

Der Trabant - Ein Auto aus Duroplast und Blech


Der Trabant 602, klein, häßlich, lahm - Kult nichtsdestotrotz

Trabant heißt die ab 1958 in der DDR im VEB Automobilwerk Zwickau, später VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, in Serie gebaute Pkw-Baureihe. Zur Zeit seiner Einführung galt er als moderner Kleinwagen und ermöglichte die Massenmotorisierung der DDR. Während seiner langen Bauzeit wurde er nur im Detail weiterentwickelt, sodass er in späteren Jahren letztlich die Erstarrung der DDR-Wirtschaft widerspiegelte. Relativ große Stückzahlen erreichte von 1964 bis 1991 insbesondere der Trabant P 601, der 1989/1990 zu einem Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands wurde. Ähnlich wie der VW Käfer entwickelte sich der Trabant zu einem Kultfahrzeug mit umfangreichem Freundeskreis. Bis in die 1980er-Jahre war der Trabant auch im internationalen Motorsport erfolgreich.

Wieviele Arbeiter braucht man, um einen Trabi zu bauen?
Zwei: Einer faltet, einer klebt.


Der Trabbi, der verniedlichende Kosename eines sowieso schon äußerst kleinen Automobils aus Plaste. Der Trabbi, Sinnbild von allem, wofür ich die DDR gehaßt habe. Farblos, klein, eng, schwer zu haben, dysfunktional. Ist der Tank leer, gibt es einen versteckten Schalter, der das restliche Benzin freigibt, wenn man denn weiß wo der Schalter ist. Die Türen schließen oft nicht, ein Gummiband über die Sitze zwischen den Türen gespannt, ersetzt dann das Schloß. Mit den Knien direkt neben meinen Ohren mit 100 km/h über die Autobahn, mit Höchstgeschwindigkeit, laut und angestrengt. Das war immer noch ziemlich schnell auf den halbleeren Fernstrassen meiner ddrischen Jugend. 
1978, ich besuche die zwölfte Klasse, all meine Freunde leisten ihren "Ehrendienst" bei der NVA ab, was, weil ich viele Kasernen besuchen mußte, zu 50 Fehltagen in meiner Schulakte führte, besuchen ist also wirklich das richtige Wort. Meist war ich Passagier der Deutschen Reichsbahn, aber manchmal fuhr mich ein Freund, Besitzer einer betagten Pappe, von Leipzig nach Weißwasser, nach Torgelow, Eggesin und Pragsdorf. Von Kaserne zu Kaserne. Surreal. Meine meschuggenen, lustigen Freunde verkleidet in häßlicher graugrüner Armtracht, unglücklich und hilflos. 
Letztes Jahr in Schwedt fuhr eine Trabant-Stretch-Limousine an mir vorbei. Ich mag das Auto immer noch nicht.

http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/zeit/137/literatur/der-trabant/

Weil Blech teuer und schwer zu beschaffen war, beschloss man, dass die Außenhaut der Karosserie aus Kunststoff bestehen solle. Er wurde über ein Gerüst aus Stahl gezogen. Der Kunststoff namens Duroplast war stabil, wetterfest und leicht verfügbar. Allerdings gab es auch Nachteile. So dauerte die Herstellung wesentlich länger und die Karosserie war an den Blechkanten anfällig für Rost.

Ausgestattet war der Trabant mit einem Zweitaktmotor. Das war 1958 noch zeitgemäß, doch dann verschlief man in der DDR weitere Entwicklungen. Schon in den 1960er Jahren galt er als veraltet. Ungewöhnlich am Trabbi war auch, dass die Lüftung allein über den Fahrtwind erfolgte.

Es gab einen Benzinhahn im Fußraum. Manche Trabant-Modelle besaßen keine Tank- bzw. Reserveanzeige. Machte der Motor Aussetzer, wusste der Fahrer: Es ist Zeit, den Benzinhahn auf "Reserve" zu drehen. Dann wurden noch einmal etwa 5 Liter Benzin verfügbar. Die Lage des Benzinhahns machte die Umstellung während der Fahrt jedoch stets zu einem gefährlichen Unterfangen!

Anfang der 1970er Jahre betrug die durchschnittliche Wartezeit 17 Jahre! Kaufte man einen Neuwagen, musste man diesen bar bezahlen. Ein Kauf auf Raten war nicht vorgesehen. So musste man also auch noch lange sparen, um sich überhaupt ein Auto kaufen zu können.

1 Kommentar:

  1. Ein Bumerang ist traditionell ein Holzprodukt... aber aus Kunststoff fliegen sie besser. Karosserieteile des Trabbis sind der absolute Geheimtipp unter Bumerangfans. Duroplast hat fantastische Flugeigenschaften.
    In der Regel nutzt man die Hinterlassenschaften verschrotteter Trabbis - muss man aber nicht:

    http://www.bumerangwelt.de/Trabi.jpg

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